12 April 2017

Cannabis-Gesetz nach Vorbild des NpSG

Wenn am 24. September ein neuer Bundestag gewählt wird, ist ein Regierungswechsel hin zu einer rot-rot-grünen Koalition möglich. Es könnte also sein das zwei Parteien an der Regierung beteiligt sind die für eine Liberalisierung der Drogenpolitik eintreten. Insbesondere bei Cannabis scheint die Legalisierung für Linke und Grüne eine Herzensangelegenheit zu sein. Die SPD wird das Thema sicher nicht begeistern, das sie sich vehement dagegen stellt ist aber auch nicht zu erwarten. Wie könnte also ein Kompromiss aussehen? 

Das “Neue-psychoaktive-Stoffe-Gesetzes” (NpSG) zeigt auf wohin die Reise gehen könnte. Denn beim NpSG, welches seit 26. November 2016 in Kraft ist, gibt es eine bemerkenswerte Konstellation. Denn es ist verboten Substanzen zu besitzen die unter dieses Gesetz fallen, strafbewehrt ist es jedoch nicht. Das heisst, wer mit “Legal Highs” in Konsumenten-Menge erwischt wird, muss diese abgeben, wird aber strafrechtlich nicht verfolgt. 

Da es für Legal Highs noch keine Schnelltests gibt und vor Ort nicht immer festgestellt werden kann ob eine Substanz nicht doch dem Betäubungsmittelgesetz (BtMG) unterliegt, könnten in der Praxis zunächst doch Strafanzeigen gefertigt werden. Bei Cannabis wäre die Sachlage einfacher. Eine Hanfblüte kann man kaum verwechseln, außerdem gibt es aussagekräftig Schnelltests. 

Sollte es ein Cannabis-Gesetz nach Vorbild des NpSG geben, könnte der Besitz verboten bleiben, obwohl es keine Straftat mehr ist. Die Polizei kann das Weed also wegnehmen ohne eine Strafanzeige zu fertigen. In meinen Augen kein unwahrscheinliches Szenario. Was die deutschen Parteien in Sachen Drogenpolitik genau in ihrem Parteiprogramm stehen haben wird ein eigenes Thema in diesem Blog werden. Der Beitrag wird dann im Juni oder Juli veröffentlicht.

01 April 2017

Kokain statt Cannabis legalisieren

Über den amerikanischen Präsidenten Donald Trump wird ja viel spekuliert und geschimpft. Unter einer Zwangsstörung soll er leiden, ein egozentrischer Narzisst soll er sein und was ihm nicht sonst noch alles für Boshaftigkeiten unterstellt werden. Dabei ist er doch nur ein erzkonservativer Milliardär der die Wirtschaft in Schwung bringen will. Und dabei geht er kreative Wege wie seine neuste, bei den Fake-News-Agenturen wenig beachtete, Idee zur Drogenpolitik zeigt. 

Denn unternehmerisch denkend wie Donald J. Trump nun mal ist, erkennt er natürlich wie viel wirtschaftliches Potenzial in einer Entkriminalisierung einer Droge wie Cannabis steckt. Aber eine liberale Drogenpolitik zählt nun sicher nicht zu den Leitlinien der Republikaner. Zumal Kiffer in konservativen Augen ohnehin nur konsumschwache, arbeitsscheue Schmarotzer sind. Aber Trump hat eine Lösung für dieses Dilemma. Statt den Weg der Cannabislegalisierung weiter zu gehen wird einfach eine andere Droge legalisiert. Das Kokain. 

Dem Konsumenten von Kokain ist Selbstbewusst, Leistungsfähig und Konsumfreudig, alles was Amerika jetzt braucht. Die Gewinnmargen dürften deutlich höher sein als beim Kokain und einen der erste wichtige Schritt ist schon in die Wege geleitet. Die Mauer zur Konkurrenz, den Drogengangs aus Mexiko, ist schon im Bau.

23 März 2017

Computerspielsucht

Was Jugendliche heute unter intensiven zocken verstehen, bezeichnen Psychologen schon als Störungen mit Krankheitswert. Als  Forschungsdiagnose werden diese Störungen als „Internet Gaming Disorder“ bezeichnet. Dazu müssen fünf der folgenden neun Kriterien über 12 Monate erfüllt sein:


  1. Gedankliche Eingenommenheit
  2. Entzugssymptome
  3. Toleranzentwicklung
  4. Fehlende Kontrolle
  5. Interessenverlust
  6. Exzessive Nutzung
  7. Vertuschen
  8. Flucht
  9. Schwerwiegende Folgen


Zur Diagnose der Computerspielabhängigkeit existieren bislang noch keine eigenständigen Störungsbilder die für die formale Diagnose notwendig sind. In beiden Klassifikationssystemen (ICD-10 und DSM-IV) kann die Computerspielabhängigkeit zu den abnormen Gewohnheiten und Störungen der Impulskontrolle sowie zum pathologischen Glücksspiel gezählt werden. Daher sind Diagnose und Therapieoptionen im Moment noch erheblich erschwert. Obwohl die Computerspielsucht bislang in kein Klassifikationssystem aufgenommen wurde, zeigen sich ähnliche Symptome bei anderen psychischen Abhängigkeiten. Die Forschung zu diesem Krankheitsbild steht erst am Anfang, Fakt ist aber jetzt schon, es ist wachsendes Problemfeld. Welches auch Thema der Jahrestagung der Drogenbeauftragten der Bundesregierung war. Denn ein wirksamer digitale Jugendschutz muss erst noch aufgebaut werden.

Die jüngste Drogenaffinitätsstudie bei Jugendlichen aus dem Jahr 2015 zeigt eine Zunahme der Verbreitung computerspiel- und internetbezogener Störungen bei männlichen und weiblichen 12- bis 17-jährigen Jugendlichen. Hier einige Fakten aus der Studie:

80,6 Prozent der 12- bis 17-jährigen Jugendlichen nutzen das Internet täglich zur Kommunikation. Es folgen Unterhaltung, Information, Computerspiele und Einkäufe. Insgesamt neun von zehn Jugendlichen (88,3 Prozent) nutzen täglich die verschiedenen Internetangebote bzw. Computerspiele.

Computerspiel- und internetbezogene Störungen sind bei 12- bis 17-jährigen Jugendlichen (5,8 Prozent) weiter verbreitet als bei 18- bis 25-jährigen Erwachsenen (2,8 Prozent). Weibliche Jugendliche (7,1 Prozent) sind stärker betroffen als männliche Jugendliche

Computerspiel- und internetbezogene Störungen sind sozial ungleich verteilt. Sie zeigen sich bei Schülerinnen und Schülern der Gesamt- und Berufsschulen häufiger als bei Gymnasiastinnen und Gymnasiasten.

Bei männlichen und weiblichen Jugendlichen (12 bis 17 Jahre) ist die Verbreitung computerspiel- und internetbezogener Störungen seit 2011 angestiegen. Bei jungen Erwachsenen (18 bis 25 Jahre) gibt es keinen statistisch signifikanten Anstieg.

Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung hat auf der Jahrestagung am 9. November 2016 wichtige Ziele benannt. Neben der Entwicklung einer einheitlichen Forschungsstrategie, um in den Bereichen der Prävention, der Frühintervention, des Suchtverlaufes, der Entstehungsbedingungen von Internetsucht und der erfolgreichen Therapie um die Wissenslücken zu schließen, steht ein angepasster Jugendschutz ganz oben auf der Agenda. Dazu sollen die Möglichkeiten zur nutzerseitigen Selbstbeschränkung verbessert und die suchtmindernde Gestaltung von Onlinespielen umgesetzt werden. Konkret gefordert sind hier Informationen über die erforderliche Spielzeit und den Geldeinsatz, der Verzicht auf 1-Klick-Käufe und den Verzicht von negativen Konsequenzen für den Spieler bei längerer Abwesenheit.


Quellen:
https://de.wikipedia.org/wiki/Computerspielabhängigkeit